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Neue Leinwand für’s Heimkino Teil 2

Die Montage meiner neuen 21:9 Leinwand geht weiter. In Teil 2 wird die Leinwand gespannt, der Befestigungsrahmen angebracht und die ganze Angelegenheit in Betrieb genommen. Dazu kommt noch ein Bildgrößenvergleich und eine Schilderung meiner ersten persönlichen Eindrücke. Los geht’s…

Nachdem die Metallstangen in die äußeren Ränder der Leinwand eingezogen sind, werden die Stangen mit Federn an einer Nut befestigt, die den Rahmen umgibt.

Mit Federn werden die Rahmenmetallstangen an der Leinwand befestigt
Mit Federn werden die Rahmenmetallstangen an der Leinwand befestigt

Ich hatte dazu die Leinwand aufgerichtet und gegen umkippen gesichert. Man fängt mit den Federn am besten mittig oben an damit die Leinwand erst einmal hängt. Die nächsten Federn bringt man mittig unten und dann links und rechts an. Damit ist die Leinwand an allen vier Seiten eingespannt, sodaß man nun von der Mitte ausgehend nach aussen (alle Seiten abwechselnd) sukzessive alle anderen Federn befestigen und die Leinwand damit vollständig spannen kann.

Kippdübel
Kippdübel

Die Bestfestigung an der Wand erfolgt über zwei Schienen, die mit zwei Riemen rechts und links verbunden sind. Auf dem Bild unten ist die obere Schiene bereits angebracht und die die untere hängt an den Riemen herunter. Mein Heimkino ist aus akustischen Gründen rundherum mit Stellwänden verkleidet. Für die Montage des Befestigungsrahmens haben sich daher Kippdübel angeboten und bezahlt gemacht. Aufgrund der Tatsache, daß die Maskierungen öfter bedient werden, kam es mir drauf an, daß die Leinwand bombenfest und sicher hängt – Ziel erreicht.

Anbringen des Befestigungrahmens
Anbringen des Befestigungrahmens

Ich muss zugeben den Sinn der unteren Schiene nicht ganz verstanden zu haben. Die Leinwand hat am oberen Rahmen auf der Rückseite eine nach unten geknickte Falz, mit deren Hilfe sie in die obere Schiene eingehängt wird. Damit ist die Leinwand eigentlich schon ausreichend befestigt. Wie sie nun auch an der unteren Schiene befestigt werden soll, habe ich noch nicht herausgefunden, ist bei mir aber auch nicht wirklich notwendig. Hinweise werden aber gern entgegengenommen.

Haken für die Maskierung
Haken für die Maskierung

Apropos Maskierung: die beiden Maskierungs“rollos“ rechts und links lassen sich mit Hilfe der beiden Haken arretieren, die in dem Bild oben markiert sind (das gleich gibt’s natürlich auch im oberen Rahmen): der linke für 16:9, der rechte für 4:3 (wenn mal wieder Casablanca geschaut wird). Da die Leinwand recht sicher und fest in der Befestigungsschiene hängt, läßt sich das problemlos machen ohne die Leinwand horizontal zu bewegen. Hier übrigens die Installationsanleitung für Interessierte: Manual WS GR Multiframe Horizontal.

Damit kommen wir nun zur Einrichtung. Wie gesagt, der JVC DLA-X7500 kann Bildpositionen speichern, was sowohl den Zoom wie auch den horizontalen und vertikalen Lens-Shift beinhaltet. Die Optik Einstellung befindet sich im Installations-Menü.

Hier kann man neben dem Fokus (scharf stellen) den Zoom (also die Gesamtbildgröße) und die Bildverschiebung (vertikaler und horizontaler Lens-Shift) einstellen. Das kann man sowohl mit dem Bild des Zuspielers (also z.B. der Blu-Ray Player) machen, wie auch mit einem Testbild.

Die so angepassten Bildpositionen (also im wesentlichen 21:9 und 16:9) lassen sich im Menü Optik-Position Speichern mit einem Namen versehen. Bitte den von mir gewählten Namen STANRD ignorieren – mittlerweile heisst er 16:9.

Optik Positionsspeicher
Optik Positionsspeicher
Bildspeicher per Fernbedienung
Bildspeicher per Fernbedienung

Die ersten drei Speicherplätze korrespondieren übrigens mit den drei Mode Tasten der Setting Memory Funktion der Fernbedienung, sodaß man bequem zwischen den Formaten umschalten kann. Die Maskierung bleibt natürlich weiterhin manuell, aber ganz ehrlich: das ist nur ein Luxus-Problem… ein wenig Bewegung schadet nicht. Nachdem ich das jetzt schon einige Wochen mache, kann ich über die Speicherfunktion des JVC’s nur Gutes berichten – die Positionen werden akkurat eingehalten. Ich gehe aber trotzdem davon aus, dass man im Laufe der Zeit ab und zu mal nachjustieren muss.

Damit sind wir betriebsbereit und können einen kleinen Vergleich machen, wie ein Cinemascope Film auf einer 16:9 Leinwand im Vergleich zu einer 21:9 Leinwand aussieht. Dazu muss man erwähnen, daß meine 21:9 Leinwand vertikal nur 2cm kleiner ist als meine vorherige 2.40m breite 16:9 Leinwand – insofern ist der Vergleich recht passend. Als Bildmaterial habe ich die Blu-Ray von Raiders Of The Lost Ark (1981) gewählt und ein Standbild der Szene eingestellt, in der Indiana Jones im Kartenraum angekommen ist. Die 35mm Version des Films ist im Format 1:2.39 gedreht worden. Es gab auch eine 70mm Version in 1:2.2, aber die wurde leider nicht für das Blu-Ray Master verwendet. Die Überbelichtung des projizierten Bilds ist übrigens der gewählten Belichtung geschuldet, da ich unbedingt noch die Umrisse meines Heimkinoraums zum Vergleich erhalten wollte.

Raiders Of The Lost Ark 16:9
Raiders Of The Lost Ark 16:9

Man erkennt gut die schwarzen Balken unten und oben, die dafür sorgen, daß die sichtbare Bildhöhe von möglichen 133cm auf 99cm schrumpft – die Bildbreite beträgt 236cm, d.h. das Bild ist 2.33qm gross. Im unteren Balken kann man die animierte Laufzeitanzeige des Blu-Ray Menüs sehen. Nochmal: das Bild auf der Leinwand ist überbelichtet – der JVC schafft es leicht in meinem abgedunkelten Raum pechschwarze Balken zu liefern. Hier soll es nur um den Eindruck der Bildgröße gehen. Im nächsten Schritt wird die Maskierung geöffnet und das gleiche Bild im 21:9 Format projiziert.

Raiders Of The Lost Ark 21:9
Raiders Of The Lost Ark 21:9

Ich muss zugeben vom Größengewinn schwer beeindruckt gewesen zu sein – die Fotos können das nur begrenzt wiedergeben. Ein 3.1m breites Bild aus ca. 3m Entfernung zu betrachten ist… groß… riesig. Die Bildbreite beträgt nun die vollen 3.1m bei einer Bildhöhe von 1.30m – mehr als 30cm mehr als bei der Wiedergabe auf einer gleich hohen 16:9 Leinwand. Das entspricht nun einer Fläche von 4.03qm und damit einer Vergrößerung der Bildgröße um 73%. Damit kehren in meinem Heimkino die gleichen Verhältnisse ein, wie im echten Kino, soll heißen: CinemaScope Filme liefern ein breiteres UND größeres Bild als das Standard-Breitwandformat (also meistens 1:1.85). Auf einer 16:9 Leinwand kehrt sich das ja leider um, da 1:1.85 (also fast 16:9) nahezu die ganze Leinwand füllt, CinemaScope Formate leider nicht.

Aus 3m Entfernung ein 3.1m breites Bild zu projizieren führt die Full-HD Auflösung einer Blu-Ray an ihre Kapazitätsgrenze, überschreitet sie aber meiner Meinung nach nicht. Eine DVD mit ihrer maximalen Auflösung von 720×576 Pixeln kann man sich aber getrost ersparen. Selbst bei Blu-Rays bekommt man die unterschiedlichen Qualitäten der Transfers sehr gut vor Augen geführt, aber in der Regel reicht es gut bis sehr gut aus. Qualitativ unterdurchschnittliche Transfers älterer Filme wie z.B. Michael Crichton’s Westworld (1973) können dagegen Schwierigkeiten machen. UHD Transfers von einer UHD Blu-Ray sind aufgrund deutlich höheren Auflösung im Regelfall vollkommen unproblematisch – Sully (2016) sah zum Beispiel brilliant aus, obwohl der 7500er JVC die Auflösung nur mit Hilfe seines e-Shift5 Verfahrens umsetzt und damit gar nicht die volle Auflösung zeigt.

Sieht man den oberen und unteren schwarzen Balken irgendwie, wen im 21:9 Modus projiziert wird? Beim JVC DLA-X7500 auf keinen Fall, allerdings ist der Kontrast auch eine der Stärken dieses Projektors. Es gibt keinerlei Aufhellungen ober- und unterhalb der Leinwand. Die tiefdunkelbraune Tapete und der samtüberzogene schwarze Leinwandrand helfen sicher.

Damit kommen wir zum Schluß. Es klang wahrscheinlich schon durch – ich bin zufrieden mit meiner Entscheidung auf 21:9 umzustellen. Auch das Preis-/Leistungsverhältnis der Leinwand hat mich überzeugt. Ich bin insbesondere davon angetan, daß CinemaScope Transfers sich nun den Größenvorteil erarbeiten, den sie im Kino haben und auch im Heimkino verdienen. Ein Schritt weiter Richtung Kino.

Mein Heimkino mit 21:9 Leinwand
Mein Heimkino mit 21:9 Leinwand

Veröffentlicht von

Christian

Vater von zwei Kindern, Göttergatte einer tollen Frau, Banker, Heimkino-Nerd, Golfer und Schlagzeuger

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