ISDN/DSL contra DSL/IP-Telefonie – Telekom und Congstar

Es ist schon interessant, was so ein Telefon/DSL Anbieterwechsel an Nebeneffekten auslösen kann.

Ich bin vor einigen Wochen von der Telekom zur Telekom-Billig-Tochter Congstar gewechselt. Vorher hatte ich einen Call&SurfComfortPlus Tarif für €54 (mittlerweile €45 für Neukunden + Bereitstellungsgebühr). Das war ein kombinierter ISDN-Telefon- und DSL-Anschluß. Was ich nicht wußte: Da sich ISDN und DSL eine (schlechte) Leitung teilen mussten, kamen nur noch ca. 2.000 kbit/s downstream sowie ca. 200kbit/s upstream an obwohl der Tarif bis zu 16.000kbit/s zulässt. Zu schlecht für viele Video-Streaming-Anwendungen wie YouTube.

Die separate ISDN-Leitung ist natürlich nur virtuell, da sich beide Leitungen ein Kabel teilen, allerdings verursacht die Trennung auf Frequenzebene eine Verringerung der Bandbreite. Sichtbar wird die Trennung durch den Einsatz des allseits bekannten DSL-Splitters der aus dem Gesamtsignal die einzelnen DSL- und ISDN-Signale herausfiltert und damit trennt.

Im Oktober erfolgte dann nach ca. einem Jahr Kündigungsfrist (Wahnsinn) der Wechsel zur Congstar. Congstar bietet kein ISDN an sondern setzt ganz auf IP-Telefonie. Ich habe den Tarif Congstar Komplett 2 gewählt. Damit fiel die separate ISDN-Leitung weg und nun muss sich mein DSL-Anschließ die nicht mehr teilen. Der Geschwindigkeitseffekt lässt sich in der Grafik ablesen. Nur der letzte Balken ist die Geschwindigkeit nach dem Wechsel.

Screenshot DSL-Speed-Test Computerbild.de
Screenshot DSL-Speed-Test Computerbild.de

Fazit: Bei schwachen Leitungen kann IP-Telefonie deutliche Geschwindigkeitsvorteile bringen. Die Datenrate downstream stieg auf ca. 6.500kbit/s und upstream 750kbit/s. Klar, wenn man telefoniert wird ein Teil der Bandbreite wieder konsumiert, aber erstens ist der Effekt kaum spürbar weil sich Sprache gut komprimieren lässt und zweitens… wie oft telefoniert man und surft gleichzeitig im Internet? Insofern halte ich diesen Konflikt für einen privaten 4-Personen-Haushalt wie meinen für irrelevant. Dafür verursachen jetzt endlich YouTube-Videos in HD keine Wartezeiten mehr und selbst Online-Videotheken wie das kürzlich eröffnete Angebot von Sky fangen an Sinn zu machen.

Veröffentlicht von

Christian

Vater von zwei Kindern, Göttergatte einer tollen Frau, Banker, Heimkino-Nerd, Golfer und Schlagzeuger

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